Baby

Babyschlaf: Das ist Marlenes Abendroutine.

23/01/2020

Für Neumamas gibt wohl kein interessanteres Thema als Babyschlaf. Schlaflose Nächte, in denen das Baby schreit oder stundenlanges Einschlafstillen gehen über Monate einfach an die Substanz. Ich kann mich noch so gut daran erinnern, wie ich öfters nur mehr geheult habe, weil ich so verzweifelt war. Aber: „Alles ist nur eine Phase“! Deshalb möchte ich euch in diesem Beitrag von unserer Abendroutine erzählen, und wie wir es geschafft haben, dass Marlene endlich durchschläft. Bitte entschuldigt die schlechte Bildqualität – aber ich drehe natürlich kein großes Licht auf bzw. nehme meine Spiegelreflexkamera mit, wenn ich mein Baby ins Bett bringe!

Alles über Marlenes Schlaf & Abendroutine

Nerven am Ende durch nächtliches Dauerstillen

Ich habe Marlene 5,5 Monate lang voll gestillt und muss noch einmal sagen, dass diese Zeit eine unfassbar harte war. Alle 2-3 Stunden meldete sie sich, weil sie Hunger oder Durst hatte – was für ein Baby ja komplett normal ist. Zum Glück steht man so unter Hormonen, anders würde man das vermutlich gar nicht schaffen. Gerade jetzt im Nachhinein ist es für mich teilweise unvorstellbar, was mein Körper da alles geleistet hat… Wenn ich jetzt eine schlechte Nacht habe (das heißt für mich 2-3x für 15 Minuten aufstehen), bin ich am nächsten Tag komplett gerädert und zu nichts zu gebrauchen. Als es im Sommer so heiß war, waren wir jedenfalls teilweise bei einem Rhythmus von 1-1,5 Stunden – und ich war wirklich mit den Nerven am Ende. Zu dieser Zeit habe ich Marlene immer gegen 20 Uhr ins Bett gebracht und zum Einschlafen gestillt, was jedes Mal um die 30-60 Minuten gedauert hat.

Der Urlaub der Veränderungen

Als Marlene knapp 6 Monate alt war, sind wir zwei Wochen mit unserem Wohnmobil nach Sardinien gefahren – da war plötzlich alles anders. Wir haben ihr vorm Einschlafen ihren Abendbrei und ziemlich schnell danach noch ein Fläschchen mit PRE-Nahrung gegeben, das sie ausgetrunken hat und kurz darauf eingeschlafen ist. Nachts ist sie nur mehr einmal aufgewacht, ich habe sie gestillt und sie bis 7:30 Uhr weitergeschlafen. Was wir in diesem Urlaub gemerkt haben: Sie und ich haben beide (!) besser geschlafen, wenn wir nicht nebeneinander gelegen sind – ich habe mich immer zum Einschlafen zu ihr gelegt und nach dem nächtlichen Stillen haben Matthias und ich Betten getauscht… Sobald ich nicht mehr neben Marlene gelegen bin und sie mich nicht mehr riechen konnte, hat sie merklich ruhiger geschlafen – und ich natürlich auch (dass man als Neumama einen uuunfassbar leichten Schlaf hat, muss ich vermutlich nicht erwähnen). Noch auf Urlaub haben wir deshalb entschieden, dass wir zuhause alles anders machen werden, was unsere beste Entscheidung war…

Durchschlafen dank eigenem Zimmer?

Zuhause angekommen, haben wir unseren Plan gleich umgesetzt… Wir wussten, dass für Marlene ohnehin alles „neu“ sein würde – immerhin waren wir über zwei Wochen im Wohnmobil unterwegs, weshalb sie sowieso aus ihrer Routine draußen war. Wir haben sie gleich in ihr Gitterbett im eigenen Zimmer gelegt, ihr zum Einschlafen ein Fläschchen gegeben – und sie hat direkt die komplette Nacht durchgeschlafen! Auch die kommenden Nächte waren für sie gleich gut – nur für mich nicht. Obwohl ich schon davor die halben Nächte nicht mehr neben ihr geschlafen habe, war es ein total komisches Gefühl – ich habe Marlene so sehr vermisst, dass ich selbst null geschlafen habe. Aber zum Glück hat sich das nach ein paar Tagen von selbst eingependelt.

Schreikonzert zum Einschlafen und „Jedes Kind kann schlafen lernen“

Was aber richtig hart war, war jeden Tag das Ins-Bett-bringen – das hat in der ersten Zeit wirklich jeden Abend an die 1,5 Stunden gedauert! Fläschchen geben, wieder herausnehmen, wiegen, wieder hineinlegen, aus dem Zimmer gehen, wieder reingehen, wieder wiegen, streicheln, Hand geben… Wir haben wirklich alles versucht! Von einer Freundin habe ich den Tipp bekommen, mir das Buch „Jedes Kind kann schlafen lernen“ zu besorgen. Gesagt – getan. Und als hätte Marlene geahnt, wie schrecklich dieses Buch ist, ist es genau ab dem Tag der Bestellung schlagartig besser geworden, weshalb das Buch sicher drei Wochen ungelesen herumgelegen ist. Von dem Buch kann ich euch nicht nur absolut abraten – ich finde es wirklich total wahnsinnig, dass so ein „Werk“ überhaupt auf dem Markt sein darf. Die Methoden sind so schlimm, keine „normalen“ Eltern sollten im Jahr 2020 so etwas anwenden! Nur als kleines Beispiel: Es geht hauptsächlich darum, das Baby einfach schreien zu lassen – jeden Abend eine Minute länger. In meinen Augen ein absolutes No-Go! Natürlich hört jedes Baby irgendwann zu schreien auf und schläft ein – allerdings ist es bei den Kleinen so, als würden sie nach einer Todesangst aufgeben, was psychisch die reiste Qual ist. Also – wir haben das Buch zwar zuhause, aber ich werde es wohl verbrennen.

Der Start unserer persönlichen Abendroutine

Zu diesem Zeitpunkt (also mit etwa 7 Monaten) haben wir übrigens – eigentlich rein zufällig – unsere Abendroutine eingeführt. Wir haben Marlene immer zur gleichen Zeit den Abendbrei gegeben und sie jeden Tag zur gleichen Zeit ins Bett gebracht. Als uns das bewusst geworden ist, haben wir noch den Punkt „Buch vorlesen“ dazugenommen, seitdem hat sich an unserer Abendroutine eigentlich nichts geändert. Und die sieht – bei uns (!!) – so aus:

Das ist Marlenes Abendroutine

  • 18:45 Uhr – ca 150ml Abendbrei (Wasser + PRE-Nahrung + Reisflocken/Dinkelflocken/Haferflocken + Obstmus)
  • 19:00 Uhr – ruhige Beschäftigung (entweder schaut Marlene uns beim Abendessen zu (oder nascht noch ein bisschen mit) oder darf noch spielen – aber nicht mehr mit lauten/hektischen Spielsachen)
  • 19:45 Uhr – raufgehen, wickeln, Zähne putzen, Gesicht waschen + eincremen, Gute-Nacht-Geschichte vorlesen (wir lesen ihr IMMER Gute Nacht, ich hab dich lieb vor), Licht abdrehen + Nachtlicht einschalten, Schlafsack anziehen, ins Bettchen legen, 220ml Fläschchen PRE-Milch trinken, Nachtlicht abdrehen…
  • 20:15 Uhr – wenn das Fläschchen leer ist oder Marlene nicht mehr will, drückt sie es mittlerweile einfach weg, dreht sich auf die Seite und schläft ein… Manchmal ist sie noch ein bisschen quengelig, da streicheln wir ihr so lange über den Rücken, bis sie schläft, was aber auch nicht mehr länger dauert als 5 Minuten

Insgesamt 2 Monate lang hat sie danach bis 7:15 Uhr durchgeschlafen, mittlerweile braucht sie nachts wieder mindestens ein Fläschchen, was aber keine Hexerei mehr ist und ungefähr 10 Minuten lang dauert… Und: Wir halten uns definitiv nicht strikt an diesen Plan – es ist nur meistens um diese Uhrzeit. Wenn wir mal unterwegs sind, passen wir diese Routine einfach an bzw. lassen sie aus! Wir wechseln uns übrigens jeden Abend ab – einmal der Papa, einmal die Mama – derjenige, der sie nicht ins Bett bringt, hat dafür „Nachtschicht“, sprich ist/wäre dran mit Fläschchen machen in der Nacht, wobei wir auch bei dieser Einteilung nicht komplett streng sind.

Kleine Babys zum Schlafen bringen / die heilige Federwiege

Ich wurde außerdem auf Instagram noch gefragt, wie man ein 8 Wochen altes Baby dazu bringt, dass es dann einschläft, wenn man will… Dazu kann ich nur sagen, dass einem das schlichtweg nicht gelingen KANN. Marlene hatte die ersten 3-4 Monate keinen wirklichen Rhythmus und schon gar nicht abends – wir haben sie meistens in die Federwiege gelegt und gegen 22 Uhr mit zu uns nach oben genommen. In der „heiligen Federwiege“ (wir haben die Swing2Sleep) schläft sie übrigens auch untertags – ich habs nur einmal versucht, sie ins Gitterbett zu legen, weils mich interessiert hat, ob/wie gut sie dort schlafen würde… Nach nur 30 Minuten war das Mittagsschläfchen wieder zu Ende, also hab ich keinen weiteren Versuch unternommen, in der Federwiege schläft sie einfach so viel länger. So oft werde ich gefragt, ob ich nicht Panik hätte, wenn wir mal unterwegs sind und keine Federwiege zur Verfügung haben – nö, hab ich natürlich nicht… Unterwegs schläft sie entweder in der Trage, im Auto, im Kinderwagen oder im Buggy, wie so ziemlich jedes andere Kind auch.

Achtung: Nur weil das für UNS so passt, heißt das nicht, dass das bei anderen auch so funktioniert – funktionieren muss. Jedes Baby ist anders, da heißt es leider dran bleiben und ausprobieren (und starke Nerven haben)!

Habt ihr noch weitere Fragen? Wie sieht eure Abendroutine aus?

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4 Comments

  • Reply Dr. Annette Pitzer 30/01/2020 at 10:53

    Liebe Katii,
    es ist so wichtig eine Abendroutine für Kinder zu etablieren. Aber auch für Erwachsene hat eine solche Abendroutine große Vorteile.
    Alles Liebe
    Annette

  • Reply Steffi 31/01/2020 at 18:18

    Huhu,

    von der Federwiege habe ich echt schon viel positives gehört. Ich kenne mich da ja nicht so aus, aber lese gerne Berichte und leite dies an Freunde weiter.

    LG
    Steffi

  • Reply Britta 31/01/2020 at 20:19

    Oh ja, Baby schlaf ist eine krasses Thema! Ich habe eine ganz schlechte Schläferin zu Hause und weiß wie das an den Nerven zehrt! Ich übte mich irgendwann einfach in Gelassenheit und das kam dabei raus: https://www.fraufreigeist.de/kinderschlaf/Schau gern mal rein.

  • Reply Christina 02/02/2020 at 17:58

    Ich finde es toll, dass du hier auch ehrlich darüber schreibst, wie es dir mit dem Einschlafritual ergangen ist.
    Es gibt soviele Blogger Mamis und Instagram Mamis, bei denen alles immer nur nach Eitel-Sonnenschein aussieht. Dass man aber auch mal einfach am Limit ist, finde ich einen ehrlichen und mutmachenden Schritt. Ich habe selber noch keine Kinder, aber ich stelle mir das Thema mit dem Schlafen auch richtig hart vor.
    Spannend fand ich, dass ihr im Urlaub dann für euch eine bessere Lösung gefunden habt – wenn man so im Alltag drin ist, sieht man wahrscheinlich oft den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. 🙂

    Liebe Grüße,
    Christina von https://miles-and-shores.com

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