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[Gastblogger] Tinder & Spotify: It’s a match!

06/10/2016

Hallo, mein Name ist Sandra und ich bin 29. Und als ich noch Single war, hab ich Tinder benutzt. Schande über mein Haupt. Dass die App auch schon vor der Zusammenarbeit mit Spotify kacke war, ist jedem Single in den 20ern bewusst. Auch dass sie sich verhält wie ein gestörtes und verwöhntes Kind, dem man den Lolli weg genommen hat.

Die beliebte Dating-App Tinder macht ab sofort gemeinsame Sache mit Spotify.

Wer kennt das nicht? Du lernst jemanden kennen, eigentlich passt es auch ganz gut aber dann kommt die leidige Frage: „Welche Musik hörst du denn?“ und du merkst, dass das einfach nicht geht. Musikalische Inkompatibilität ist, so munkelt man, häufiger Streitpunkt in Beziehungen. Stichwort: lange Autofahrten oder Reisen. Auf meiner letzten längeren Autofahrt durfte ich mir Die Antwoord reinziehen. War schmerzhaft, aber auszuhalten.

Damit dieses Problem gar nicht erst auftreten kann, hat Tinder sich mit Spotify verbündet. Ab sofort könnt ihr den Musikgeschmack eurer potentiellen Matches also schon vorab sehen und dann dementsprechend wischen. Woohoo. So spart ihr euch dann übrigens auch die 3€ für den Kaffee mit der langweiligen Barbie oder dem Muskelprotz.

Love me

Sean Rad, seines Zeichens Tinder-Erfinder, glaubt Tinder sei für Romantiker. 50 Millionen Nutzer habe die App bereits und von platonischer Freundschaft bis großer Liebe sei alles dabei gewesen. Aber damit nicht genug: Tinder, denkt er, habe Dating vereinfacht. Früher brauchte man Mut, Ego, vielleicht auch noch Charme und solch unsinnige Dinge. Heute reichen ein Smartphone, Foto und ein funktionierender Daumen. Aber nicht mal das kriegen alle hin: Cat Content, Memes, Möchtegern lustige „Match of the week“ Banner und ähnlicher Mist landen da schon mal auf den Profilen. Warum? Jungs, ehrlich mal: Glaubt ihr, wenn ihr im realen Leben keine Frau abkriegt klappt das in der schnellsten Sexsuchmaschine der Welt mit Katzen? Oder mit schwulstigen Zitaten? Ich erleichtere euch die Antwort: Nein und Nein.

Und Mädels, duck lips und Selfies am Klo schreien auch nicht gerade nach „Hey, mit mir kannst du dich stundenlang unterhalten, ich bin voll gebildet und weiß nicht nur auf welchem Klo es das beste Licht gibt“. Nur so als Tipp am Rande.

Vielleicht ist Tinder aber auch ein Mitgrund, warum sich in unserer schnelllebigen Welt immer weniger junge Menschen binden wollen – das nächste Match ist immerhin nur ein paar Mal wischen entfernt. Ich meine, sich kennenlernen funktioniert heutzutage in etwa so: Lass uns Freunde sein, wirklich nur Freunde. Aber gute Freunde. Ich bin nicht bereit für eine Beziehung oder den nächsten Schritt, aber eigentlich will ich schon Dinge mit dir machen, die normale Freunde nicht machen. Wir sind aber nicht zusammen, ok? Ich will, dass du loyal und da bist für mich – aber solltest du eifersüchtig werden, dann sage ich dir gerne nochmal, dass wir nicht zusammen sind. Ich meine, ich habe dir ja gesagt, dass ich keine Beziehung will. Been there, done that.

Aber ansonsten spricht eigentlich nichts gegen den gratis Süßigkeitenladen Tinder.

Auf eigene Gefahr

Die Frage ist nur: Brauchen und wollen wir das wirklich? Wollen wir (dank der neuen Zusammenarbeit mit Spotify) wirklich wissen, dass das blonde Mädchen mit ihren aufregenden „Ich wäre gerne Model“ Fotos am liebsten zu schlechter Tanzmusik feiert? Oder dass der süße Kerl, der eigentlich genau deinem Beuteschema entspricht, eine Playlist favorisiert, die für dich im besten Fall als schrecklich zu bezeichnen wäre?

Vermutlich nicht. Tinder ist vieles, aber nicht romantisch. Zwar bekommt man ein neues Puzzle-Stück des potentiellen Matches am Silbertablett serviert, aber das ändert nichts daran, dass die gratis App die Plastikblume unter den Rosen ist.

Sean Rad bezeichnet den Deal als neues Kapitel seines Imperiums. Vielmehr sollte man es aber als Anpassung an andere Online-Dating-Angebote sehen. Bumble, bei dem nur die Frauen den ersten Schritt machen dürfen, arbeitet schon lange mit Spotify zusammen. Andere Apps schlagen dir deine potentiellen Traumpartner gänzlich nach zusammenpassendem Musikgeschmack vor. Ob du dein Liebesleben aber wirklich vom  Algorhythmus einer Maschine abhängig machen willst sei dahingestellt.

Tinder spielt jetzt mit, weil ihm sein Ruf als Abschleppdienst der Generation Y nicht gefällt. Verständlich. Tief drinnen wollen wir alle geliebt werden und sehnen uns nach einer langen, erfüllten Partnerschaft. Das Gleiche gilt auch für Tinder.

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3 Comments

  • Reply Pasadena85 06/10/2016 at 18:29

    ich kenne Tinder nur vom hörensagen, aber was ich bisher darüber gehört habe, geht es da zu 99% aller Fälle nur darum jemanden für ONS oder Affären klarzumachen, also um den schnellen Sex..aber gut, muss jeder selbst wissen.

  • Reply Sophie 07/10/2016 at 10:10

    Sehr sehr unterhaltsam geschrieben 🙂 Vielen lieben Dank an die Gastbloggerin

    Liebe Grüße nach Linz, Kati!

    Sophie

  • Reply Markus 22/10/2016 at 18:59

    Hallo Sandra,
    dein Beitrag ärgert mich grade.
    Simplifizierung komplexer Sachverhalte ist ja ein legitimes Stilmittel, aber dein letzter Satz schlägt diesbezüglich dem Fass den Boden aus – „Tief drinnen wollen wir alle geliebt werden und sehnen uns nach einer langen, erfüllten Partnerschaft.“ Ist das so? Vielleicht wollen viele Nutzer/innen das nicht oder im Moment nicht oder sind in einer offenen Beziehung … es gibt eine unüberschaubare Vielzahl von Wünschen und Beziehungsmodellen und bei weitem nicht alle wollen, was du allen unterstellst, unterstelle ich zumindest.
    Tinder ist eine Möglichkeit unter vielen, neue Menschen kennenzulernen und als solche nicht per se negativ, weder, wenn ONS gesucht werden, noch, wenn jemand die große Liebe sucht.
    Conclusio, ich kann Übervereinfachungen nicht leiden und dein Beitrag ist eine einzige davon.

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